
Kurs Sauerstofftherapie bei COPD – Lektion 5
Praktisches zur Handhabung
Es gibt einige Tricks und Kniffe, mit denen Sie sich den Alltag mit der Sauerstofftherapie erleichtern können. Wir geben Ihnen Tipps gegen Nebenwirkungen, erklären Ihnen die notwendigen Hygienemaßnahmen und den sicheren Umgang mit Flüssigsauerstoff.
Druckstellen und trockene Schleimhäute – Tipps bei Nebenwirkungen
Eine häufige Nebenwirkung bei der Sauerstofftherapie ist das Austrocknen der Nasenschleimhäute. Sie merken das durch Spannungsgefühle, Nasenbluten, Schmerzen oder eine verstopfte Nase. Bei diesem Problem können folgende Tipps helfen:
- Schalten Sie einen Befeuchter vor. Der Sauerstoff läuft dann durch einen Behälter mit sterilem Wasser und reichert die Atemluft so mit Feuchtigkeit an.
- Pflegen Sie Ihre Nasenschleimhäute gut. Geeignet sind spezielle Nasensprays oder Cremes. Aber auch Babyöl ist schon sehr hilfreich. Tragen Sie es einfach mit einem Wattestäbchen auf. Warten Sie 10 – 15 Minuten, bevor Sie wieder die Nasenbrille aufsetzen. Diese Zeit benötigt die Nasenschleimhaut, um das Medikament aufzunehmen.
Ein weiteres Problem können Druckstellen hinter den Ohren oder an der Nase sein. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Nutzen Sie Schaumstoffhüllen für den Schlauch hinter dem Ohr oder legen Sie dünne Kompressen unter.
- Verwenden Sie die Nasenbrillen verschiedener Hersteller im Wechsel. Sie haben jeweils unterschiedliche Druckpunkte, sodass die Belastung an einer Stelle nicht so groß wird.
Hygienemaßnahmen bei Inhalationsgerät und Zubehör
Um Sie vor Infektionen zu schützen, sind einige Hygienemaßnahmen wichtig:
- Wechseln Sie die Nasenbrille mindestens einmal wöchentlich aus. Tauschen Sie sie früher, falls sie zu hart wird oder sichtbare Verschmutzungen erkennbar sind.
- Schläuche aus Silikon kochen Sie alle 14 Tage aus. PVC-Schläuche werden nicht ausgekocht, müssen aber etwa zweimal im Jahr ausgetauscht werden.
- Sollten sich Wassertropfen in den Schläuchen zeigen, pusten Sie sie mit Sauerstoff trocken, damit sich dort keine Keime vermehren bzw. damit diese den Sauerstofffluss nicht behindern.
- Wechseln Sie bei Ihrem Befeuchter täglich das Wasser und reinigen Sie den Behälter (nicht nötig bei geschlossenen Systemen).
- Reinigen Sie den Luftfilter am Konzentrator einmal pro Woche.
- Gehäuse und Armaturen Ihres Sauerstoffgerätes können Sie mit einem einfachen Desinfektionsmittel abwischen.
Tipp: Lassen Sie sich die Pflege Ihres Gerätes bei der Lieferung zeigen. Sie bekommen außerdem eine Broschüre des Herstellers, in der die Reinigung genau erklärt wird.
Vorsicht: Sicherer Umgang mit Flüssigsauerstoff
Sauerstoff selbst ist zwar kein Brandstoff, aber er fördert Brände. Je höher der Sauerstoffgehalt in der Luft ist, umso schneller können sich Brände ausbreiten. Aus Ihrem Gerät tritt immer etwas Sauerstoff aus, das lässt sich gar nicht vermeiden. Und vor allem vor Ihrem Gesicht ist die Sauerstoffkonzentration hoch. Beachten Sie deshalb diese Sicherheitsmaßnahmen:
- Halten Sie offenes Feuer unbedingt fern von Ihrem Gesicht und vom Sauerstoffgerät. In Ihrer Wohnung sollte auf keinen Fall geraucht werden.
- Auch Bügeleisen, Heizungen oder andere Hitzequellen sollten gebührenden Abstand zum Sauerstoffgerät haben.
- Im Kontakt mit Fetten und Ölen kann Sauerstoff explodieren. Halten Sie deshalb alle fetthaltigen Stoffe von der Sauerstoffflasche fern.
- Achten Sie darauf, den Sauerstoffbehälter nur aufrecht zu lagern und nicht abzudecken.
- Der Raum, in dem der Behälter steht, sollte gut belüftet sein, damit die Sauerstoffkonzentration nicht zu stark ansteigt. Lassen Sie die Türen in der Wohnung offen.
- Behälter für Flüssigsauerstoff gelten als Gefahrengut, Sie dürfen Sie jedoch trotzdem im Auto transportieren. Informieren Sie allerdings Ihre KFZ-Versicherung darüber und transportieren Sie die tragbaren Flüssigsauerstoffgeräte nur aufrecht. Sichern Sie sie im Auto mit Spanngurten oder in speziellen Containern, damit sie auch beim Bremsen oder in engen Kurven stabil stehen.
Nicht nur Feuer kann Verletzungsgefahren bergen, sondern auch Kälte: Flüssigsauerstoff hat minus 187°C, sodass Sie sich Kälteverbrennungen zuziehen können. Besonders beim Befüllen eines Transportgerätes sollten Sie deshalb vorsichtig sein. Berühren Sie die Füllanschlüsse nicht, denn diese werden extrem kalt und führen sogar zum Anfrieren der Haut binnen Sekunden.
Sollte einmal Sauerstoff unkontrolliert aus dem Gerät austreten, vermeiden Sie Hautkontakt, öffnen Sie die Fenster und informieren Sie die Herstellerfirma. Versuchen Sie nie, Schäden selbst zu reparieren!
Wichtiges Dokument: Ihr Sauerstoffpass
Zu Beginn Ihrer Sauerstofftherapie bekommen Sie häufig einen Sauerstoffpass. In diesem Dokument werden Ihre Blutgaswerte und die eingestellte Literzahl eingetragen.